Das Lied von Doktor Eisenbart beschreibt eine echte
Geschichte.
Quelle:
Staatsarchiv München : Briefprotokolle Hofmark Weyhern -
Egenhofen
alte Signatur Br.Pr. Fascikel 1469 , neue Signatur
Briefprotokolle 4234
für den Stein- und Bruchschneider Jakob Zenner, Leib- und
Wundarzt aus Fischbach Gericht Weingarten in Schwaben geboren.
Er befreite Bartholomäus Huber Zimmermeister Egenhofen, 44 Jahre
alt, aus Todesgefahr. Ein sogenanntes Wassercarniffel und
Fleischgewächs an der linken Seite des Leibes durch Schneiden, auf
der rechten Seite von einer sich gezeigten Extension ohne
Schneiden, mit göttlichem Beistand gleich kuriert und genesen.
Der Zimmermeister Huber war bei Aufrichtung eines Zimmers von
einem Holz dermaßen geschlagen worden, wodurch er einen
gefährlichen Leibschaden überkommen. Er konnte seine Arbeit nicht
mehr versehen. Keine Mittel halfen und etliche zu Rat gezogene
Ärzte hat sich keiner getraut, dem beschädigten Huber zu helfen.
Da kam Herr Zenner in die Egenhofener Gegend und bot seine Hilfe
am 23. Oktober an. Er schnitt das 3 Pfund schwere Gewächs
und Gewässer und kurierte die Störz-Extension ohne Schneiden so
kunstreich, dass Huber nach dem Schneiden nicht in Ohnmacht
gefallen, ja nur ganz wenig Schmerz dabei gefühlt.
Aus Dank ließ er dieses gerichtliche Attest schreiben.
---------------
Kommentar:
Der Original-Text ist 4 Seiten lang. Der Zimmermeister
Huber konnte selbst nicht schreiben, deshalb verfasste der
Hofmark--Richter das Protokoll und eine Kopie für seine
Akten.
Die Wander-Chirurgen führten ihre Kunst auf einer Bühne vor der
ganzen Dorfgemeinschaft vor. Laute Musik sollte dabei die Schreie
des Patienten übertönen. Die gerichtlichen Atteste konnte der Arzt
im nächsten Ort vorzeigen.
Siehe auch Hinweis zu Pfaffenhofen an der
Glonn
--------------------------------------------------------------
(C) Josef Kiening, zum Anfang www.genealogie-kiening.de